Gasanbieter und Tarife
Genauso wie auf dem Strombelieferungssektor gibt es auch auf dem Gasmarkt eine große Anzahl unterschiedlicher Anbieter. Diese arbeiten jedoch weitestgehend noch in ihren regionalen Bereichen. Während das allgemeine Stromnetz deutschlandweit verbunden ist, verhält es sich mit dem Gas etwas anders. Nicht jeder Gaserzeuger kann bisher sein Gas in alle Regionen Deutschlands liefern. Ein Wechsel des Gasanbieters ist zwar grundsätzlich möglich, in der Praxis allerdings bisher nur eingeschränkt durchführbar, so dass einige Verbraucher bisher noch darauf angewiesen sind, die unter Umständen hohen Gaspreise des sie beliefernden Unternehmens zu bezahlen und sich dagegen nicht durch einen Wechsel zu einem preisgünstigeren Anbieter wehren können. Das ändert sich jedoch in absehbarer Zeit, so dass auch der Gasmarkt in naher Zukunft in Bewegung geraten wird.Zusammensetzung des Gaspreises
Der Gaspreis besteht nicht lediglich aus den Kosten für den Gasankauf und für die Belieferung, sondern beinhaltet einen Anteil von 30 % für Steuern, wobei die Öko-Steuer einen hohen Anteil hat. Weitere rund 30 % kostet der Import des Gases, da mehr als 80 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus dem Ausland importiert werden muss. Knapp 40 % der Gesamtkosten fallen für die Verteilung des Erdgases von den Speichern an die Haushalte an.
Erdgaslieferanten
Das in Deutschland verbrauchte Erdgas stammt zum größten Teil aus Russland. Der Gaslieferant Gasprom ist inzwischen weithin bekannt. Ein weiterer großer Anteil stammt aus Norwegen, so dass diese beiden Länder über 50 % der deutschen Gasversorgung bestimmen. Ein kleiner Anteil von rund 6 % wird aus Großbritannien, Dänemark und einigen anderen Ländern importiert, knapp 20 % aus den Niederlanden und rund 16 % werden in Deutschland gefördert. Da Deutschland somit vom Weltmarkt abhängig ist, wirkt sich jede Verknappung des Rohstoffes sehr schnell auf den Endpreis für den Verbraucher aus.
Was ist die Ölpreisbindung?
Durch die Ölpreisbindung ist die Entwicklung der Gaspreise an die der Ölpreise gekoppelt. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine gesetzliche Vorgabe, sondern um eine freiwillige Vereinbarung zwischen den internationalen Öl- und Gaslieferanten. In den 60er Jahren sollte damit dafür gesorgt werden, dass keine Konkurrenz zwischen beiden Energiequellen entsteht. Gleichzeitig sollte die Preisbindung der Vermeidung einer Abhängigkeit von einem der Importländer dienen. Die Ölpreisbindung bringt aber heutzutage den Nachteil mit sich, dass die Gaspreise, wenn auch zeitversetzt, auf steigende Ölpreise reagieren, und zwar auch dann, wenn es bei den Gaspreisen selbst keine Kostenerhöhung gibt.
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